Hallo & Willkommen!
Der BLOG ist aus meinen vielen zusätzlichen Interessen und Ideen entstanden, welche ich mit Ihnen teilen möchte.
In meiner Arbeit zeigen sich mir die Menschen in ihren verschiedenen Seiten und über den BLOG haben Sie die Möglichkeit mich zusätzlich kennenzulernen.
our daily challenge journal 9
Tag 13 - Skills
Manche von euch werden sich jetzt fragen was Skills sind und warum wir sie hier zum Thema machen. Skills sind Fertigkeiten, die wir einsetzen, um eine kurzfristige Erleichterung in schwierigen Situationen herbeizuführen. Wir machen das im Normalfall ganz automatisch. Aber vielleicht kann es im Moment auch hilfreich sein, sie ganz gezielt einzusetzen, um gut über diese Zeit zu kommen und angstbesetzte Momente oder einen hohen Stresspegel gut wieder unter Kontrolle zu bekommen.
Schwimmen wäre beispielsweise so ein Skill, den ihr ganz bewusst einsetzen könntet, um euch für eine kurze Zeit von der Corona Krise abzulenken. Da wir aber davon ausgehen, dass vermutlich nur sehr wenige von euch über ein eigenes Hallenbad verfügen, stellt sich natürlich die Frage, welche Skills denn zur Zeit sinnvollerweise in Frage kämen. Und da das sehr individuell ist, versuchen wir euch mit einigen Überlegungen beim Suchen und Finden eurer Skills zu unterstützen. Vielleicht ist das ja auch gleich eine gute Übung für die kommende Ostereiersuche ;-)
Überlegt euch doch mal, welcher Typ ihr seid. Lenkt ihr euch eher mit körperlichen Betätigungen oder mit geistiger Herausforderung ab? Joggen oder Sudoku? Für die Sportlichen unter euch wäre beispielsweise Seilspringen mit einem unsichtbaren Springseil etwas was ihr versuchen könntet, oder aber ihr probiert es mal mit durch die Wohnung tanzen. Wenn euch das Sudoku grad nicht zur Verfügung steht, könntet ihr anfangen bestimmte Dinge im Zimmer zu zählen, zB alle Gegenstände die mit einem A beginnen.
Es kann natürlich auch sein, dass ihr eher der achtsame Yoga Typ seid, dann wäre eventuell eine kleine Atemübung ein Skill den ihr versuchen könntet. Atmet durch die Nase ein und zählt langsam bis 4. Haltet die Luft an und zählt bis 6. Danach atmet durch den Mund aus und zählt bis 8. Das ganze solltet ihr 5x wiederholen.
Wer das gerne noch intensivieren möchte kann auch diverse Angebote im Netz für sich nutzen. Unter folgendem Link könnt ihr am Dienstag ab 17.00 Uhr kostenlos an einer Stunde teilnehmen: http://www.wahrhaftyoga.at/events/silence/
Und auch hier werdet ihr immer wieder gute Anregungen und Anleitungen zum Umgang mit stressbehafteten Situationen finden: https://www.souldelight.at/
Falls bis jetzt noch nichts dabei war, was euer Interesse geweckt hat, dann gehört ihr wahrscheinlich zu den sinnesbezogenen Skillstypen, die riechen, hören, fühlen und schmecken müssen? Dann solltet ihr unbedingt morgen wieder reinlesen!
Alles Liebe euch für heute, xund bleiben und zu hause bleiben! Silke und Barbara
Anmerkung: Wir nutzen unsere Beiträge nicht für versteckte Werbung, wir empfehlen lediglich was wir selber kennen und für uns selbst als hilfreich erlebt haben.
our daily challenge Jounal 8
Tag 12 Ingo Teil 2
Er mischt sich nun vermehrt ins Alltagsleben ein. Dies macht es mitunter nicht immer leichter, da er seine Sicht auf die Dinge hat. Und seine Sicht ist getrübt. Als ob er eine Brille mit einem Filter aufhätte, durch welche er die Welt wahrnimmt. Seine Grundlage sind Überzeugungen, welche tief in ihm verankert sind und seine Einstellung zu sich selbst und zu seinen zwischenmenschlichen Beziehungen ausdrückt.
Dies sind seine Glaubenssätze. Sie sind bei ihm schon in der Kindheit entstanden, die meisten davon in den ersten Lebensjahren und zwar durch die Interaktion mit seinen nächsten Bezugspersonen. Diese negativen und natürlich auch positiven Glaubenssätze hat Ingo im Laufe seiner Kindheit ganz fest verinnerlicht. Sie beeinflussen sein Denken, Fühlen und sein Verhalten. Seine negativen Glaubenssätze wie "ich bin nicht wichtig", "ich muss stark sein" oder " ich kann nicht vertrauen", schwächen ihn. Wenn Ingo nun verbunden ist mit seinen Glaubenssätzen, dann erlebt er auch Gefühle. Und wenn Ingo sich mit seinem Glaubenssatz " ich bin nicht wichtig" verbunden fühlt, ist er oft traurig. Ingo ist nicht immer präsent. Jedoch wenn es zu einer subjektiven Stresssituation kommt, dann ist Ingo da. Für Ingo ist die Welt noch immer so, als wäre er ein Kind. Deshalb braucht er, wenn er da ist auch die Unterstützung von "seiner Erwachsenen" in diesem Fall von Silke.
Und wie kann man nun seinen "Ingo" unterstützen? Indem man ihn kennen lernt und ihm zuhört. In dem man seine negativen Glaubenssätze identifiziert und sie in positive Glaubenssätze umkehrt. Indem aus einem "ich bin nicht wichtig" ein "meine Wünsche und Bedürfnisse sind genauso wichtig" wird. Indem man sich seiner Stärken, Ressourcen und Werte bewusst wird. Sich nicht alten Überzeugungen und Glaubenssätzen hingibt, sondern die Realitiät wahrnimmt und aktiv Probleme löst. Letztlich liegt (fast) alles in der eigenen Hand. Das eigenen Leben selbst zu gestalten, damit verbunden auch die Verantwortung dafür.
Und Ingo, Ingo ist schon in Ordnung. Wichtig ist ihn im Auge zu behalten und seine alten, falschen Botschaften nicht mehr zu glauben.
In diesem Sinne - bleibt zu Hause und bleibt gesund - Barbara & Silke
PS: Was sagt euer Ingo über euch?
our daily challenge journal Tag 7
Tag 11
Wenn man den Begriff Widerstand googelt, dann erhält man viele unterschiedliche Definitionen. Widerstand als passives Bauelement, dass dazu dient den Strom zu begrenzen. In der Psychotherapie ist der Widerstand ein zentrales Therapieelement. Politischer Widerstand bedeutet in der Opposition zu sein. Und die Soziologie beschäftigt sich mit der sogenannten Widerstandskompetenz. Widerstand scheint, egal aus welchem Blickwinkel betrachtet, etwas Positives und scheinbar Unverzichtbares zu sein.
Als ich heute in der Früh aufgewacht bin, war er schon länger wach als ich. Aber daran habe ich mich in all den Jahren schon gewöhnt. Ich habe es irgendwann einfach akzeptiert, dass er immer schneller ist als ich. Er heißt übrigens Ingo. Und Ingo ist mein "innerer Widerstand", quasi ein Teil von mir. Ob ich Ingo sympathisch finde kann ich nicht sagen. Egal um was es geht, er muss immer alles ausdiskutieren, ständig will er im Recht sein und mir sagen was ich zu tun habe. Das kann manchmal ziemlich anstrengend sein. Aber natürlich hat Ingo auch seine "guten" Seiten. Wenn ich mich zu irgendetwas nicht aufraffen kann, hat er immer eine Ausrede für mich parat. Wenn es darum geht Dinge aufzuschieben, dann wird Ingo unwahrscheinlich erfinderisch. Kurz gesagt, wenn es darum geht, mich selber an etwas zu hindern, dann kann ich mich 100-prozentig auf ihn verlassen.
Ich habe Ingo mal gefragt, warum er mir das Leben manchmal so schwer macht. Seine Antwort hat mich richtiggehend überrascht und ich habe angefangen zu verstehen, dass er eigentlich genau das Gegenteil erreichen will. Ingo möchte mir das Leben nicht schwer machen, er möchte mich beschützen. Aus diesem Grund fühlt er sich von anstehenden Veränderungen massiv bedroht, weil er quasi nicht für meine Sicherheit garantieren kann.
Ich habe immer gedacht, dass Ingo viel stärker ist als ich und, dass ich unbedingt gegen ihn ankämpfen muss. Mittlerweile habe ich begriffen, dass er unsicher und ängstlich ist. Ingo hat bestimmte Glaubenssätze nach denen er handelt. Und ich habe beschlossen, mit ihm gemeinsam diese Glaubenssätze zu erforschen und in weiterer Folge zu verändern.
Also stay tuned, denn Barbara wird euch in Folge 12 mehr darüber erzählen, und vorallem stay at home - Silke und Barbara
our daily challenge Tag 6
Tag 10
Lachen ist die beste Medizin“, wer kennt diesen Ausspruch nicht 😉. Aber darf Humor in der Krise sein?
Das Internet ist voll mit Klopapier Bildern, Corona Witzen und heute habe ich gehört das Homeoffice, arbeiten ohne Zähneputzen bedeutet, und eine bewusste Entscheidung gegen die Hygiene, da man ja nur die Webcam anhaucht und die hält es aus 😊.
Humor ist für uns ein wichtiger Bestandteil unseres Sozialen- aber auch unseres Arbeitslebens. Wir alle haben Humorressourcen, welche eine große positive Kraft beinhalten. Humor kann neue Lebensenergie wecken. Auch in der Coronakrise kann er dabei helfen, Situationen und Beziehungen, welche wir gerade als schwierig und bedrückend erleben, besser zu bewältigen.
Uns gelingt es Gott sei Dank oft auf diese Ressource zurückzugreifen. Mit Humor ist es möglich, der vermeintlichen Unzulänglichkeit der Welt und der Fehlerhaftigkeit der Menschen, den Schwierigkeiten und Missgeschicken des Alltags, mit heiterer Gelassenheit zu begegnen. All das nicht so tragisch zu nehmen und über sie und vorallem auch über uns selbst lachen zu können. Echter Humor wirkt heilend, verbindend und versöhnend. Er ist ein Geschenk auf den man auch in Krisenzeiten zurückgreifen kann, um den jetzigen Alltag, der für viele nicht einfach ist, zu bewältigen. Auch viele unserer heimischen Künstler versuchen den Tagen mit ihren Beiträgen die Schwere zu nehmen.
Übrigens ist Homeoffice auch umweltschonend, da man sich nur bis zur Tischplatte umziehen muss. Pro Arbeitstag ein Arbeitshemd, aber es genügt eine Betriebsunterhose 😉.
In diesem Sinne bleibt gesund und bleibt zu Hause...
our daily challenge journal Tag 5
Tag 9
Selbstliebe und Selbstakzeptanz diese Wörter kreisen seit gestern in meinem Kopf. Was hat das mit der Coronakrise zu tun? Ich denke, dass wir durch die soziale Distanz automatisch auf uns selbst zurückgeworfen werden. Wir haben also eigentlich die Möglichkeit uns mit uns selbst zu beschäftigen. Aber wollen wir das? Vor allem wollen wir das so ungeplant?
Vor der Krise war diese, ich nenne es "Ich-Zeit", oftmals ein Thema in unserer psychotherapeutischen Praxis. "Wie kann ich meinen Alltag so strukturieren, dass genug Zeit für mich und meine Bedürfnisse übrig bleibt. Wie finde ich heraus welche Bedürfnisse ich habe." Wir, oder in diesem Fall "ihr" habt euch die Zeit, mit diesen Fragen bei uns in der Praxis auseinander gesetzt. Jetzt haben wir, die nicht unbedingt für die Aufrechterhaltung des Systems aktiv im Berusfalltag stehen müssen, die Zeit dazu uns genau diesen Fragen zu widmen. Oder soll ich besser sagen - "hätten die Zeit dazu"? Warum aber fällt es unsost auch nicht so leicht? Brauchen wir "das Tun", damit wir uns wertvoll, oder andersrum vollwertig fühlen? Akzeptieren wir uns auch, wenn wir einfach einmal nur sind?
Charly Chaplin schrieb dazu: "Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört mich meiner freien Zeit zu berauben..." Selbstliebe als Voraussetzung für ein erfülltes Leben. Klingt eigentlich sehr simpel. Und trotzdem definieren wir uns viel zu viel über das, was unsere Mitmenschen über uns sagen. Woran liegt das? Daran, dass vor der Selbstliebe noch die Selbstakzeptanz kommen muss? Und damit meine ich nicht etwa Äußerlichkeiten, sondern unser ganzes bisheriges Leben und wie wir es gelebt haben bis hierher. Mit sämtlichen Entscheidungen die wir getroffen haben und allen Konsequenzen, die sich daraus ergeben haben. Und jetzt einmal Hand aufs Herz, wer von euch hadert nicht gelegentlich mal mit der eigenen Vergangenheit!?
Wir sollten uns also ab und an bewusst machen, dass es wichtig ist wie wir im Hier und Jetzt mit uns umgehen, damit uns unsere Gegenwart, wenn sie erst einmal zu unserer Vergangenheit geworden ist, nicht mehr negativ beeinflussen kann. Affirmationen sind eine gute Möglichkeit unser Hier und Jetzt positiv zu beeinflussen. Was wäre für euch eine passende Affirmation?
Unsere wäre für heute: Ich bleibe gesund und ich bleibe zu Hause!
Barbara & Silke
our daily challenge Tag 4
Tag 8
Le piccole cose della vita...
Jeden Tag wenn ich die Berichte über die aktuellen Opferzahlen in Italien höre steigen mir die Tränen in die Augen, und zugleich habe ich unendlich viele Erinnerungen aus meiner Kindheit in Italien im Kopf. Aber in diesen Erinnerungen kommt kein Militär vor und es gibt auch keine Leichenwägen die im Konvoi durch das Land fahren. Die Bilder in meinem Kopf sind sonnig, sandig und salzig mit einem Gefühl der Unbeschwertheit. Italien war für mich ganz selbstverständlich bislang immer ein Synonym dafür. Doch die Zeit zwingt uns umzudenken.
Le piccole cose della vita... Ein Satz, der umrahmt von Schmetterlingen, auf meinem linken Unterarm steht. Die kleinen Dinge im Leben... die wir für selbstverständlich halten, solange bis sie ganz plötzlich nicht mehr selbstverständlich sind. Und erst in diesem Moment erkennen wir, welche Bedeutung sie eigentlich für uns haben. Es war bis vor ein paar Tagen noch völlig selbstverständlich, Menschen die wir lieben zu besuchen, wann immer wir es wollten, um Zeit mit ihnen zu verbringen. Eltern, Kinder, FreundInnen. Und gerade aus dieser Selbstverständlichkeit heraus, tun wir es dann oft nicht. Wir schieben Besuche von einer Woche zur nächsten Woche. Wer von euch hätte gedacht, dass ihr euch in diesem Land einmal in eurer Bewegungsfreiheit einschränken lassen müsst. In anderen Ländern, ja klar, da hört man oft von Ausgangssperren, aber hier bei uns zu Hause!?
Mir ist in den vergangenen Tagen immer mehr bewusst geworden, dass wir viel jammern. Dabei nehme ich mich nicht aus. Jammern auf sehr hohem Niveau würde ich heute sagen. Vielleicht gelingt es uns, die kleinen Dinge des Lebens, die vermeintlichen Selbstverständlichkeiten, in Zukunft nicht mehr ganz so selbstverständlich zu nehmen. Vielleicht schieben wir unsere Besuche nicht mehr so leicht auf, und vielleicht nehmen wir VerkäuferInnen im Supermarkt in Zukunft anders wahr. Vielleicht... denn in jeder Krise liegt auch eine Chance zur Veränderung. Was wir daraus machen bleibt letztlich jedem einzelnen von uns selbst überlassen. Was wir heute schon tun können? Dankbar sein! Wofür seid ihr dankbar in dieser Zeit?
Bleibt gesund und bitte bleibt zu Hause. Silke & Barbara
our daily challenge journal Tag 3
Tag 7
Ich bin ein Beziehungsmensch. Ich brauche soziale Kontakte und oft habe ich mir in der Zeitrechnung "vor Corona" gedacht, ich möchte doch mehr Zeit mit meinem Mann, meinen Kids oder meinen Freunden verbringen. Jetzt sind alle die noch hier wohnen zu Hause. Zwei Kids in der Pupertät, mein Mann auf Homeoffice und ich.
Was heißt das nun für mich? Das was ich wollte ist jetzt Realität, jedoch ohne, dass ich mich bewusst dafür entscheiden konnte so viel Zeit mit allen zu verbringen. Ich bin gerne mit meiner Familie zusammen, jedoch können sie mir auch gehörig auf die Nerven gehen. Unser gewohnter Alltag muss völlig neu strukturiert werden. Unsere bisherigen Routinen greifen nicht mehr, was für uns alle eine Herausforderung ist. Wir suchen gemeinsam neue Wege, um unser Miteinander zu gestalten.
Unsere gemeinsame Zeit gestalten wir mit gemeinsamen Spielen. Wir essen gemeinsam, schauen uns Filme an, welche wir schon ewig anschauen wollten. Wir geben uns aber auch Freiräume, und wenn doch unsere unterschiedlichen Bedürfnisse aufeinanderprallen, sind wir öfter (nicht immer) nachsichtiger. Noch funktioniert es ganz gut, auch weil wir in der glücklichen Lage sind uns räumlich von einander sepparieren zu können. Wir wissen aber auch, dass das nicht selbstverständlich ist.
Zwangsnähe ist für jede Partnerschaft und jede Familie eine Herausforderung, denn man bemerkt oft ganz rasch, was einen am anderen stört. Zudem können Existenzängste, soziale Isolation und Überforderung schnell zu Familienkrisen, auch mit schweren Folgen, führen. Humorvolle Toleranz ist jetzt für uns als Familie und in der Partnerschaft ein wichtiger Begleiter.
Wir werden das gemeinsam durchstehen und ihr auch. Sollte es doch schwierig werden könnt ihr euch auch gerne an uns wenden. Wir können über Skype oder Telefon Psychotherapiegespräche zu den selben Konditionen wie in der Praxis anbieten. Oder ihr könnt euch z.B. an den Verein Vision Gesundheit wenden. Dieser bietet während der Corona Zeit kostenfreie telefonische Entlastungsgespräche zwischen 10:00 und 16:00 Uhr, Mo - Fr, Tel: 0677/63134239 an.
https://www.vision-gesundheit.at/
Passt auf euch auf, bleibt gesund und bleibt zu Hause.
Barbara & Silke
our daily challenge journal Tag 2
Tag 6
Wobei ganz stimmt das nicht, denn ich bin ja schon etwas länger zu Hause weil ich kurzfristig die Möglichkeit in Betracht ziehen musste mich angesteckt zu haben und sich dies Gott sei dank nicht bestätigte. Somit bin ich mittlerweile schon bei Tag 11 angekommen.
Zu Beginn kam mir die Situation komplett surreal vor. Leere Regale, Menschen mit Handschuhen und Mundschutz, eine Ausgangsbeschränkung, ein Flieger der nicht mehr abheben darf und meine Eltern 300 km entfernt gehören zur Superrisikogruppe schlechthin.
Man fängt an darüber nachzugrübeln wie man die Versorgung mit Lebensmittel und Medikamenten aus der Ferne für sie am besten organisieren könnte. Und aus einer Woche werden zwei und keiner kann sagen wie viele Wochen noch kommen werden. Irgendwann realisierst du, dass du deine Eltern für sehr lange Zeit nicht mehr sehen wirst. Du hörst den Kanzler wie er sagt, dass es noch sehr lange dauern wird, bis sich unser Leben wieder normalisieren kann. Und plötzlich ist es da dieses Gefühl, dass dir die Kehle zuschnürt und sich anspürt als hätte es sich ein Elefant auf deiner Brust gemütlich gemacht.
Die Angst. Viele Menschen reagieren erst mal so, dass sie versuchen die Angst wegzuschieben indem sie sich ablenken. Manchmal wird daraus ein Verdrängen. Manche greifen zum Alkohol und zu anderen Substanzen in dem Versuch die Angst in Schach zu halten. Aber es gibt auch weniger selbstzerstörerische Möglichkeiten mit der Angst umzugehen.
Eine Klientin hat mir ihre Strategie hierfür einmal in einer für mich sehr schönen Metapher beschrieben. Sie hat das Gefühl der Angst mit einer Welle verglichen, die urplötzlich mit voller Wucht kommt und sie überrollt. Anfangs habe ich das für ein sehr bedrohliches Bild gehalten, aber sie hat gesagt, dass sich Wellen immer wieder zurückziehen. Und so ist es auch mit der Welle der Angst. Sie kommt, überrollt dich und dann zieht sie sich wieder zurück. Mit dieser Gewissheit fällt es ihr leichter, die Welle die sich ohnehin nicht aufhalten lässt, kommen zu lassen. Angst ist ein Gefühl, das sein darf in Zeiten von Corona, Quarantäne und Ausgangsbeschränkungen. Vielleicht kostet es ja tatsächlich weniger Energie sie kommen und gehen zu lassen, als jedesmal dagegen anzukämpfen.
Passt auf euch auf, bleibt gesund und bleibt zu Hause. Silke & Barbara
our daily challenge journal Tag 1
Tag 5
Heute ist Freitag und somit Tag 5 mit Ausgangsbeschränkungen in der Zeit in der ein Virus unser aller Leben gewaltig auf den Kopf stellt. Unsere Praxis ist weiterhin vorübergehend geschlossen. Die ersten 4 Tage haben wir uns im Garten und in der Küche ausgetobt. Gartenbank gestrichen, Brötchen gebacken, mit Freunden und Familie telefoniert und uns immer wieder Infos durch die Medien geholt. Heute haben wir gemeinsam beschlossen, dass wir wieder aktiv für unsere KlientInnen und Interessierte da sein wollen. Da es aufgrund der aktuellen Situation aus unserer Sicht nicht verantwortlich wäre Praxistermine zu vergeben, haben wir nach einem Weg gesucht, wie wir euch dennoch erreichen können. Wir, das sind Barbara und Silke. Zwei Therapeutinnen die euch mit einem Einblick in so manche täglichen Herausforderungen, durch diese Zeit begleiten möchten. Wir würden uns über Kommentare, Fragen oder auch auf euren Input freuen.
Zahnarzt trotz Corona? Zahnschmerzen sind dem Virus egal. Trotz Schmerzmittel und dem Versuch die "Schmerzrealität" zu verweigern, braucht es heute einen Zahnarzt. Sofort taucht die Frage auf, ob es überhaut noch Zahnärzte gibt die ihre Praxis geöffnet haben. Mit Skype und Telefon, auf das schon viele Ärzte umgestellt haben, komme ich hier nicht weiter. In die Zahnklinik zu gehen, möchte ich unbedingt vermeiden. Ich rufe meinen Zahnartzt an und welch ein Glück, er hat heute noch offen.Ich bekomme rasch einen Termin, das Wartezimmer ist leer, die Dame am Empfang desinfiziert gerade alles und die Behandlung ist schmerzhaft. Mit einem Rezept in der Hand und der Empfehlung, mich an einen Notarzt zu wenden sollte die Backe anschwellen, oder die Schmerzen nicht besser werden, verlasse ich die leere Praxis. In der Apotheke darf ich Gott sei Dank gleich eintreten, da nur 2 Kundinnen anwesend sind. Ab 3 Personen muss man draußen warten. Ein alter Mann vor mir, hat dringenden Redebedarf. Mein Zahn schmerzt und ich muss tief durchatmen, damit ich ruhig bleibe. Kurz darauf verlasse ich die Apotheke mit einem Schmerzmittel in der Hand und ich bin froh, dass es Systemerhalterinnen gibt. Nach einer Stunde lassen die Schmerzen langsam nach. Sowohl die Sorge ob ich eine Behandlung in dieser Zeit bekomme, als auch der Umgang mit dem Schmerz habe mir wieder vor Augen geführt, was Menschen mit einer chronischen Schmerzerkrankung in dieser Ausnahmezeit zu bewältigen haben. Ich werde jetzt besonders gut auf mich achten, ruhen und mich nicht überanstrengen, damit ich kein "Notfall"werde.
Alles Liebe, bleibt zu Hause und gesund!
Barbara & Silke
Der "Werkzeugkasten"
Ich bin nicht so wichtig
.......deshalb bin ich für alle da, kümmere mich um vieles, sage wenig nein, übernehme viel Verantwortung, richte mich nach den anderen und mache es ihnen recht, arbeite viel......
Viele Menschen, vor allem Frauen, erkennen oft jahrelang nicht, dass sie einen sehr hohen Preis dafür bezahlen müssen. Sie stellen die eigenen Bedürfnisse hinten an oder nehmen diese gar nicht mehr wahr. Mit sicherer Intuition, wird geschaut was andere brauchen oder bräuchten.
Dahinter liegt oft ein geringes Selbstwertgefühl, das Gefühl nicht um seiner/ihrer (ja, es sind auch Männer betroffen) selbst willen gemocht zu werden und auch wichtig zu sein. Zur Kompensation dieser dahinterligenden Gefühle, machen sie sich selbst für andere wichtig und untenbehrlich. Allerdings ist das ein instabiles Gebilde. Oft fühlen sich die Menschen doch zu kurz gekommen, die eigenen Bedürfnisse bleiben auf der Strecke und sie glauben nur gemocht zu werden, wenn sie es den anderen recht machen. Zu den eigenen Bedürfnissen zu stehen ist oft mit Angst verbunden, weil die Bestätigung/Wertschätzung von außen fehlt und dies ein unsicheres Terrain ist. Und falls es doch einmal reicht und sie sich beweisen wollen, schlägt der "Rebell" die "Rebellin" in ihnen an. Die Selbstbehauptung wird übertrieben und die anderen werden auf die Probe gestellt. Dabei wird mit Argusaugen darüber gewacht, ob die anderen sie noch genauso mögen wie vorher. Jede Kritik wirft sie auf das alte Muster (Lebensskript) zurück und sie können sich wieder bestätigen, dass sie nicht so wichtig sind und die anderen sie nicht ernst nehmen.
Oft tauchen Sätze auf wie:
- Ich darf mir nichts gönnen
- Solange es den anderen schlechter geht als mir, darf ich keine Pausen machen, nicht in Urlaub gehen....
- Ich muss immer drauf schauen, dass es den anderen gut geht
- Ich darf mich ja nicht gehen lassen, sonst bricht die Familie, Arbeit..., zusammen
Oft ist die einzige "Pause" die erlaubt ist, krank zu werden.
Wenn Menschen mit diesem Lebenssmuster (Skript) in die Therapie kommen sind oft die ersten Veränderungsschritte, dass sie sich selbst wahrnehmen lernen und Bewusstheit über ihre Muster erlangen. Es geht zuerst um ein erkennen, wie automatisch sie sich nach den Bedürfnissen der anderen richten.
Wenn sie im nächsten Schritt erkennen, dass sie einen innern Konflikt spüren, zwischen den eigenen und den fremden Bedürfnissen sind die ersen Schritte in Richtung Veränderung getan.
Die weitern Veränderungswege betreffen die Auseinandersetzung darüber, welche Anpassung an Menschen ist gesund und welche nicht. Wenn man sich selbst zugunsten von anderen aufgibt, ist das falsch verstandene Nächstenliebe. Sich selbst wichtig zu nehmen heißt auch nicht, dass man ein Egoist ist. Es geht darum zu erkennen, dass es ein Sowohl-als-auch ist. Ich bin wichtig und du bist wichtig. Es geht nicht darum wichtiger oder weniger wichtig zu sein. Es geht darum selbst zu entscheiden und sich die Erlaubnis bzw. Freiheit zu geben wann sie sich selbst wichtiger nehmen wollen bzw. dürfen, als die anderen. Das ist der Schlüssel zu mehr Selbstbewusstsein und Entwicklung im therapeutischem Setting.
Wie Pippe Langstrumpf sagt: "Lass dich nicht unterkriegen. Sei frech und wild und wunderbar.
Neubeginn
Nun ist es soweit. Mit Anfang April starte ich mit meiner neuen Praxis in Gleisdorf. Viele Fragen gingen und gehen mir deshalb durch den Kopf. Es ist ein bisschen wie "auf zu neuen Ufern". Ich werde das gewohnte hinter mir lassen und Schritte ins Ungewisse machen. Manchmal bin ich voller Freude und Energie und manchmal frage ich mich, ob diese Entscheidung wohl die richtige war. Da ich mich in einer Selbstbeschreibung als neugierig, kreativ und abenteuerlustig beschreiben würde geht es zu 90 % immer für die Entscheidung aus.
Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe:) (Pippi Langstrumpf)
Unter diesem Motto freue ich mich schon auf die Arbeit in Gleisdorf, freue mich darauf viele unterschiedliche Menschen zu treffen und sie sie bei ihren Schritten "ins Ungewisse" zu begleiten.