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Psychotherapie Barbara Fluch - Blog

Der BLOG ist aus meinen vielen zusätzlichen Interessen und Ideen entstanden, welche ich mit Ihnen teilen möchte.

In meiner Arbeit zeigen sich mir die Menschen in ihren verschiedenen Seiten und über den BLOG haben Sie die Möglichkeit mich zusätzlich kennenzulernen.

Barbara Fluch Barbara Fluch

Selbstliebe

„Wie geht es Ihnen mit der Liebe zu sich selbst?“ ein weiterer „Klassiker“ in der therapeutischen Arbeit.

Irgendwann kommt sie immer die Frage nach der Selbstliebe. Oft stelle ich diese Frage an jene Menschen die sehr viel „Liebe“ und „Fürsorge“ für ihr Gegenüber haben und sich selbst dabei vergessen. Die eigenen Bedürfnisse werden nicht so ernst und wichtig genommen. Die Bedürfnisse der Anderen dafür oft umso mehr. Aber was heißt nun Selbstliebe? Es geht darum, sich mit all seinen Facetten im „sein“ zu akzeptieren. Die Stärken und positiven Eigenschaften machen es einfach, aber wie sieht es mit den nicht so angenehmen Seiten in jedem von uns aus? Wir alle haben auch sture, traurige, ängstliche und wütende Verhaltensweisen. Diese wollen die Menschen oft „los“ werden. Doch wenn ich diese Seiten von mir los werden will, verleugne ich mich selbst. Selbstliebe bedeutet sich auch mit diesen Anteilen auseinanderzusetzen, diese Seiten zu integrieren, denn sie sind auch ein Teil von uns. Es geht darum anzuerkennen, dass ich trotz meines sturen, ängstlichen und auch wütenden Verhaltens in meinem Wesenskern und Wert in Ordnung und liebenswert bin. Das heißt nicht, dass ich mich deshalb verhalten kann wie ich will. Denn das wäre egozentrisch, narzisstisch, selbstverliebt. Diese Menschen nehmen sich nicht in ihrer Ganzheit an, sondern erhöhen sich und projizieren ein Ideal auf sich selbst und das hat nichts mit Selbstliebe zu tun. Charly Chaplin hat das Gedicht „Als ich mich selbst zu lieben begann“ geschrieben. Ich finde, dieses Gedicht beschreibt einen Weg zur Selbstliebe sehr gut, wobei jeder Weg dorthin Individuell und einzigartig ist. So wie wir alle auch. In diesem Sinne wünschen wir euch viel an Selbstliebe und Akzeptanz Barbara

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Barbara Fluch Barbara Fluch

Kommt Ihnen das von bekannt vor?

Der Klassiker unter den TherapeutInnenfragen: "Kennen sie das von irgendwoher? Kommt ihnen das bekannt vor?"

Hinter dieser Frage steckt die Vermutung, oder nennen wir es besser Hypothese, dass bestimmte Verhaltensweisen oder Denkansätze bereits bei den Eltern vorherrschend waren und es sich daher um tradierte Muster handelt, die übernommen wurden.

Eine andere Möglichkeit wäre, dass sich die Frage auf das Verhalten der KlientIn bezieht, und die TherapeutIn im Sinne der Übertragung versucht etwas zu verdeutlichen.

Ein Beispiel um es klarer zu machen. Ein Klient kommt zur Therapie und gibt an, dass es kaum möglich ist mit seiner Frau vernünftig zu diskutieren, weil das immer in einen Streit ausartet. Im Zuge der Therapie stellt die TherapeutIn eine, sagen wir etwas provokante, Frage. Der Klient reagiert aufbrausend. Die TherapeutIn spricht das was gerade passiert ist an und fragt nach, ob diese Reaktion vielleicht in den Diskussionen mit der Frau auch schon einmal aufgefallen ist, bzw. ob er eine ähnliche Rückmeldung schon einmal von seiner Frau bekommen hat.

Zum Abschluss sei mir noch eine kleine Bemerkung erlaubt: diese Frage eignet sich nicht wirklich, wenn die Therapeutin mit ihrem Partner zu Hause diskutieren möchte. Ausprobiert und glatt durchgefallen 😆😉.

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Barbara Fluch Barbara Fluch

Eine kleine Geschichte!

Eine Geschichte (nicht nur) mit Augenzwinkern 😉...

Es begab sich eines schönen Tages in einem fernen Land, dass der alte König, den man einst ins Exil verbannt hatte, mit seiner großen, von vielen Pferden gezogenen, Kutsche verunglückte. Der König war stets sehr beliebt. So beliebt, dass nach dessen Tode sogar die Sonne kurzfristig vom Himmel fiel weil sie so traurig war.

Der Sohn des Königs, der schon früh vom alten König gelernt hatte wie man ein Volk regiert, war sehr ungeduldig und hatte schon bald ebenso viele Anhänger wie sein Vater. Ganz egal wohin er auf seinen Reisen kam, man hörte ihm zu wenn er sprach und er wurde auch stets für seine Reden und das feine Essen, welches er spendierte, bejubelt. Aus diesem Grund war er davon überzeugt, dass das Vertrauen zwischen ihm und seinen Untertanen für immer bestehen bleiben würde. Und so begab es sich, dass er, fernab von der Heimat, versuchte einen alteingesessen Handwerksbetrieb zu verkaufen, in der Hoffnung dafür noch mehr Macht über sein Volk zu bekommen. Doch er hatte nicht damit gerechnet, dass man ihn verraten würde. Der Chef des Handwerksbetriebes und (fast) das ganze Volk war außer sich. Und so ereilte ihn nun (fast) das selbe Schicksal wie einst den alten König. Man machte sich über ihn lustig und verjagte ihn wie mit nassen Fetzen.

Doch wie konnte das alles passieren? Was war nur geschehen? Warum hatte sich der Prinz so verändert? Oder war er gar immer schon so und seine Untertanen wollten/ konnten das nicht erkennen?

Im Laufe unseres Lebens konstruieren wir uns Bilder von uns selbst. Bilder, die uns dabei helfen eine Identität zu entwickeln und in unserem sozialen Umfeld zu funktionieren. Diese sogenannten Konstrukte sind individuell und durch die Erfahrungen die wir machen geprägt. Der Prinz hat sich also ein Bild von sich konstruiert, ohne jedoch zu überprüfen, ob er auch von der Außenwelt so wahrgenommen wird. Und so kam es, dass er eines Morgens zu seiner Frau den Ausspruch tat: "Hearst I versteh de Wöt nimma", denn genau so fühlte es sich für ihn an.

Der Vorteil an unseren konstruierten Bildern ist, dass sie veränderbar sind und, dass wir die Möglichkeit haben ein neues Bild von uns zu entwerfen. Wenn ich mich immer als Opfer empfinde und ich erkenne, dass es mir nicht mehr gut tut mich so zu sehen, dann habe ich die Möglichkeit daran etwas zu verändern.

Und wenn ihr dabei Hilfe braucht, weil das nämlich ganz schön anstrengend werden kann, dann macht einen kleinen Schritt zur Seite, damit ihr euch nicht selbst im Weg steht. Wie heißt es in der Rocky Horror so schön? It's just a jump to the left ...

In diesem Sinne - wagt euch an den Timewarp! Schönes Wochenende wünschen euch - Barbara

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Barbara Fluch Barbara Fluch

Es braucht nicht immer nach Plan gehen

Kennt ihr das auch? Ich nehme mir z B. vor, morgen aber wirklich meine Yogaeiheit gleich in der Früh zu machen, weil ich weiß, dass es mir nach der Einheit gut geht und ich mich fit für den Tag fühle. Trotzdem habe ich sie gestern wieder in der Früh ausgelassen. Zuerst dachte ich, ich mach sie am Nachmittag und immer, wenn ich über den Tag eine Pause gemacht habe und mich z.B. mit einem Buch auf die Couch gelegt habe, war sofort der Gedanke da: „Yoga musst du aber auch noch machen“. Jetzt halte ich mich für eine Frau die weiß was sie will und was nicht. Ich will mich gut fühlen, will gut für mich und meinen Körper und meine Gesundheit sorgen, weil ich weiß, dass ich mich dann besser fühle. Ich weiß auch von mir, dass ich es nicht mag, wenn ich dieses „MUSS“ auf einmal im Kopf habe. Und trotzdem habe ich es gestern wieder gemacht. Das „muss“ war da und irgendwie ein schlechtes Gewissen, vor allem da mein Mann gestern seine Sporteinheit trotz Müdigkeit gemacht hat. Die Unzufriedenheit hat sich dann am Abend breit gemacht, obwohl ich eigentlich einen ausgefüllten und angenehmen Tag hatte. Und dann? Dann habe ich mir trotzdem die Erlaubnis gegeben mich gut zu fühlen. Es muss nicht immer alles nach Plan gehen. Ich entscheide ob ich mich von diesem „muss“ und dem schlechten Gewissen beeinflussen lasse. Denn es ist nicht schlimm, wenn ich einmal meine Yogaeinheit nicht mache. Dafür hatte ich ein gutes Gespräch mit meinem Mann beim verlängerten Frühstück. Und das heißt für mich auch gut auf mich zu schauen. Und heute? Heute hat mir die Yogaeinheit in der Früh gut getan und ich fühle mich fit. Und ob ich sie morgen in der Früh mache, oder am Nachmittag oder ob ich sie auslasse werde ich morgen entscheiden. Kennt ihr das auch? Und welche Erlaubnis gebt ihr euch dann?

Habt einen schönen Tag! Barbara

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Barbara Fluch Barbara Fluch

Werkzeug im Umgang mit der Angst!

Der Umgang mit der Angst ist vor allem wenn man sich ihr total ausgeliefert fühlt ist nicht einfach. Welche Methoden und Werkzeuge sind sinnvoll um diese im Lebensrucksack zu haben und bei Bedarf einzusetzen? Ich habe einmal von einer Klientin diese Sätze zum Umgang mit der Angst gehört:“ ich habe die Angst als Liebesbeweis meines Unbewussten anerkannt. Sie hat mir gesagt, es ist Zeit sich zu verändern. Mein Verstand hat zwar länger gebraucht und oft nein gesagt, aber mein Bauch wusste es schon lange. Und jetzt höre ich auch auf mein Bauchgefühl.“

Ein mutiger und ermutigender Satz.

Der Verstand will die Angst unter Kontrolle bringen doch das Gegenteil ist dann der Fall. Der Bauch bzw. unser Unterbewusstes weiß aber viel besser Bescheid. Es geht darum die Angst anzuerkennen und sie fließen zu lassen. In der Bewusstheit, dass es eine Panikattacke ist. Das heißt es braucht Informationen über die Panik. Diese findet man sowohl im Internet und es gibt gute Fachbücher im Handel über die Angst. Früher konnte man in akuten Phasen, wenn der Bär auf einen zugelaufen ist, weglaufen. Diese Erfahrungen sind noch immer in unserem Unterbewusstsein gespeichert. Flight or fighte. Das heißt heraus aus der Erstarrung welche die Angst oft mit sich bringt, hin zur Bewegung und Selbstwirksamkeit.

Anbei liste ich euch einige Methoden im Umgang mit der Angst auf. Wie alles was man neu erlernt brauchen auch diese Übung. Die könnt ihr immer wieder in euren Alltag einbauen, damit ihr sie im Bedarfsfall sofort parat habt und nicht erst überlegen müsst, was ihr machen könnt, wenn die Angstwelle kommt.

BEWEGUNG: springen, Hampelmann, laufen, ein Handtuch zusammenrollen und sich am Boden setzten und damit auf den Boden schlagen. Durch Bewegung werden die durch die Angst entstandenen Hormone abgebaut und damit wird auch der Stress, welcher durch die Angst entsteht, reduziert.

ATMUNG: die Panik akzeptieren und bewusst Atmen. Tief einatmen durch die Nase und länger durch den Mund ausatmen, ohne Druck. Das solange bis man merkt, dass man ruhiger wird. Die Atmung ist ein Werkzeug, dass du immer dabeihast und das du beeinflussen kannst. Einfluss bedeutet Selbstwirksamkeit und ist das Gegenteil von ausgeliefert sein. Hier wird der Parasympathikus angesprochen der für Ruhe und Entspannung zuständig ist.

ERKENNEN WAS IST: Was ist jetzt gerade, was ist Real und nicht nur in meinem Kopf, sondern im hier und jetzt. Sieh dich um und sage laut auf was du siehst und wiederhole das so oft wie du es brauchst um wieder im hier und jetzt und nicht im Kopf zu sein.

LIEBE: Stell die die Frage was würde sein, wenn du die Angst durch Liebe ersetzen würdest. Was würde die Liebe tun, was würde sie dir sagen? Und wenn die Antwort da ist, schau wie du gut und selbstfürsorglich mit dir umgehst.

Falls ihr noch Werkzeuge habt, die ihr kennt bitte gerne in die Kommentare, wir würden uns freuen. Und im Sinne der Liebe wünschr ich euch eine gute Zeit Barbara

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Barbara Fluch Barbara Fluch

Sorge, Angst oder doch schon eine Angsterkrankung?

Letztens war mein 16-jähriger Sohn wieder mal mit Freunden unterwegs. Eigentlich kein großes Thema. Wir haben Abmachungen, wenn er was braucht, dann meldet er sich per Telefon. Auch wenn es mitten in der Nacht ist. Irgendwann war sie dann da, die Sorge, dass irgendwas passiert ist. Keine Ahnung weshalb gerade an diesem Tag. Auf jeden Fall hat sie mich wach gehalten bis er dann endlich um 2:00 Früh nach Hause gekommen ist. Dann war sie auch schon wieder weg, die Angst. So wie diese gibt es viele Situationen im Leben, die Ängst auslösen können. Arbeitsplatzverlust, Krankheiten, Prüfungen, Zahnarztbesuche.

Sobald Ängste jedoch die Gefühlswelt dauerhaft belasten, den Alltag beherrschen und die eigene Handlungsunfähigkeit einschränken, können dies ernsthafte Anzeichen einer Angsterkrankung sein.

Jeder Mensch hat ein unterschiedliches Angstniveau. Wie äußert sich aber krankhafte Angst?

Menschen die an einer Panikstörung leiden erleben regelrechte Angstanfälle. Diese können in bestimmten Situationen auftreten (Menschenansammlungen...) oder die Betroffenen wie aus heiterem Himmel überfallen. Diese Panikanfälle lösten teilweise heftige körperliche Symptome aus. Oft steht dann im Vordergrund, dass die Menschen befürchten ernsthaft erkrankt zu sein oder gar zu sterben. Sie zittern, verspüren Schmerzen und Druck in der Brust, Herzklopfen bis hin zur Ohnmacht, können Symptome einer Panikattacke sein. Diese können nur wenige Minuten aber auch Stunden anhalten. Zurück bleibt die tief sitzende Angst vor einem möglichen neuen Anfall. Als Folge zieht man sich zurück und gerät dadurch häufig immer weiter in einen Teufelskreis der Angst. Die Angst vor der Angst beherrscht das alltägliche Leben mehr und mehr. Andere Ängste machen sich nicht panikartig, sondern eher schleichend bemerkbar, in einem mulmigen Gefühl, wachsender innerer Anspannung und Unruhe. Wer eine solche allgemeine Angst erlebt, verspürt oft einen Druck in der Magengegend und fühlt sich wie gelähmt. Gleichzeitig rasen die Gedanken hin und her, schaukeln sich auf, überlagern sich, so dass es schwer fällt, sie in eine vernünftige Richtung zu lenken.

Derart angsterfüllte Zustände kennt fast jeder Mensch in belastenden Situationen oder Lebensphasen. Bleibt das Angstgefühl in unterschiedlicher Intensität über längere Zeit bestehen, spricht man von einer generalisierter Angst. Sie ist meist Ausdruck einer ernsten Angststörung.

Und falls du mindestens eine Antwort im Bild mit JA beantwortest, dann solltest du eine Ärztin aufsuchen und dir Unterstützung holen.

In diesem Sinne, habt es gut und schaut auf euch!

Barbara & Silke

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Barbara Fluch Barbara Fluch

Alle denken, Angstzustände bekommt nur jemand der verrückt ist. Falsch!

"Alle denken, Angstzustände bekommt nur jemand, der verrückt ist. Falsch! Eine Angststörung ist wie eine Erkältung, die jeden erwischen kann. Die Leute, an denen ich das beobachtet habe, sind schlau, lustig und tough!" Sarah Kuttner, Fernsehmoderatorin, Kolumnistin und Autorin

Es gibt keinen Menschen, der frei von Angst ist. Angst rettet uns eigentlich das Leben, wenn wir zum Beispiel auf der Straße nach rechts und links schauen, uns im Auto anschnallen oder bei einem Sturm nicht das Haus verlassen. Ohne, dass es uns bewusst ist, führt uns die Angst durch die Gefahrnisse des Lebens. Bei manchen Menschen nimmt die Furcht aber übersteigerte Ausmaße an. Dann spricht man von einer Angsterkrankung. Angsterkrankungen und Panikattacken sind in Österreiche neben den Depressionen eine der am weitesten verbreiteten psychischen Belastungen.

Je nachdem, wie stark ausgeprägt und worauf sich die Störung bezieht, kann sie den Alltag des Betroffenen und den seines sozialen Umfeldes stark beeinträchtigen. Angststörungen können in unterschiedlichsten Formen auftreten. Die Partnerin muss sich alle paar Stunden melden und versichern, dass es ihr gut geht. Gemeinsame Urlaube müssen kurzfristig abgesagt werden. Eltern verzweifeln dabei, wenn sie ihrem Kind die Angst vor der Schule nehmen wollen. Betroffene gehen nicht mehr vor die Haustüre. Was all diese unterschiedlichen Verhaltensweisen gemein haben ist, dass die Angst ein steter Begleiter ist. Manche Ängste sind zwar weniger einschränkend im Alltag wie z. B die Angst vor Fröschen oder Schlangen. Diese Phobien treten jedoch oft zusammen mit einer generalisierten Angststörung auf. Die Betroffenen befinden sich oft in einem Teufelskreis. Irgendwann bekommen sie Angst vor der Angst. Die Folge ist, dass sich die Betroffenen immer mehr aus dem Leben zurückziehen.

Diese Woche werden wir uns mit dem Thema Angst und den daraus entstehenden Krankheitsbildern auseinandersetzen. Was sind Angsterkrankungen? Welche Ursachen haben sie? Was brauchen Angehörige und wie kann eine Therapie helfen. Das und so einiges mehr wird unser nächster Themenblock beinhalten.

Und weshalb machen wir das?

"Es hat mir sehr gut getan, über meine Ängste zu sprechen. Jetzt weiß ich, dass ich nicht alleine bin." Quelle: Anonym

Genau deshalb.

Barbara Bildquelle:pixaby

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Barbara Fluch Barbara Fluch

Tabu Psychotherapie!

Wenn sich jemand dazu entschließt eine Therapie zu beginnen, geht dieser Entscheidung meist ein langer Prozess und Leidensdruck voraus. In der Praxis erlebe ich es immer wieder, dass Menschen zu mir kommen und von sich behaupten sie seien schwach, weil sie mit ihren Problemen nicht alleine fertig werden. Hilfe und Unterstützung in schwierigen Lebenslagen in Anspruch zu nehmen scheint in unserer Gesellschaft also immer noch mit dem Begriff der Schwäche assoziiert zu sein.

In meinen Therapien stelle ich meinen KlientInnen, soweit möglich und notwendig, immer einen alternativen Denksansatz zur Verfügung. Ich möchte das auch bei diesem Thema gerne tun. Natürlich wäre es großartig wenn wir alle unsere Probleme ohne Hilfe in Angriff nehmen könnten. Es wäre sogar noch großartiger, wenn wir alle auch ganz alleine einen Umgang und eine Lösung dafür finden würden. Aber wäre es das wirklich? Was würde aus unserer Fähigkeit zur Selbstreflexion, wenn wir von Aussen keine Denkanstöße mehr bekämen? Könnten wir unsere Persönlichkeit formen und weiterentwickeln?

Sich seine Probleme bewusst machen, sich ihnen stellen und wenn notwendig auf Unterstützung zurückgreifen, ist in meinen Augen kein Zeichen von Schwäche, sondern von Reife. Es wird Zeit, dass wir beginnen umzudenken. Der lonesome Cowboy der als Einzelkämpfer durch die Prärie reitet hat ausgedient, oder wie Nadja Bernhard während des Corona Lock downs in der ZIB immer zu sagen pflegte: "Zusammen kriegen wir das hin."

Barbara

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Barbara Fluch Barbara Fluch

Was von Corona übrigleibt......

Übrig bleibt eine Flut an Erkenntnissen, Überlegungen und ein wieder in Erinnerung rufen. Wie zum Beispiel, dass Toleranz nicht ganz oben, sondern beim Nachbarn anfängt, und zwischen Vorurteil und Meinung bilden oftmals nur ein schmaler Grat verläuft.

Die Erkenntnis, dass Rituale unsere kulturelle Identität stärker prägen als von uns gedacht. Ein wunderschöner grüner Rasen in meinem Garten und die Neugier darauf, was Philosphen aus der Corona Krise für Schlüsse ziehen werden.

Aber der Lock down hat nicht nur neues Gehirnfutter mit sich gebracht, sondern etwas, womit ich nicht unbedingt gerechnet hätte, nämlich Kreativität. Und das zeigt sich nicht nur in der manchmal sehr kreativen Auslegung der Corona Regeln von einigen (in der Öffentlichkeit stehenden) Personen, sondern auch an meinen bunten Möbeln und den Ideen mancher Gewerbetreibenden und KünstlerInnen.

Es sind vermehrt Autokinos entstanden. Es gab Online- und Balkonkonzerte, wie beispielsweise David Guettas, für mich jetzt schon, legendäres Miami Konzert. Legendär deshalb, weil der DJ vor 100en von Balkonen am Mischpult stand, anstatt vor einer kreischenden Menschenmenge. Eine Destillerie beschloss anstatt Gin Desinfektionsmittel herzustellen. Restaurants wurden kurzfristig zum Lieferservice und anstatt Dirndlschürzen nähte man trachtigen Mundschutz.

Ich weiß natürlich, dass viele Existenzen auf dem Spiel stehen und sich das alles sehr einfach anhört, aber uns geht es heute um die positiven Ausprägungen und Nachwirkungen der Corona Krise.

Wenn ich einen Wunsch frei hätte? Ich würde mir wünschen, dass sich diese ressourcenorientierte positive Herangehensweise an diverse Problemstellungen irgendwo manifestiert, damit zwischen Schwarz und Weiss wieder mehr BUNT passt, sowie auf meinen Möbeln.

hosted bei Silke

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Barbara Fluch Barbara Fluch

Der Weg und das Ziel

Der Weg und das Ziel!

Eigentlich wäre ich heute nach Porto geflogen. Ich wäre zum zweiten mal von Porto nach Santiago de Compostella gemeinsam mit meiner Mutter und diesesmal auch mit meiner Cousine gegangen. Obwohl es schon lange klar ist, dass unser Jakobsweg heuer ausgfallen wird, bin ich heute doch etwas traurig darüber. Das Gehen neuer und auch alter Wege ist für mich mittlerweile sehr wichtig geworden. Ich gehe mindestens einmal pro Woche, längerer Strecken und merke wie ich dadurch meinen Kopf von all den natürlich auch wichtigen Gedanken frei bekomme und dann irgendwann der Augenblick kommt, wo ich nur mehr auf das Gehen und auf mich fokussiert bin. Trotzdem bei diesen manchmal auch weiten Wanderungen die Füße zu schmerzen beginnen, ist es ein Gefühl von Freiheit. Nichts anderes als einfach nur zu Gehen ist in diesen Momenten wichtig. Deshalb liebe ich es. Ich bin immer wieder erstaunt über diese unfassbare Einfachheit!

Letzte Woche bin ich von Graz nach Weiz mit meiner Mutter gegangen. Ein wunderschöner Weg mit vielen bunten Blumenwiesen, mit vielen Wegen durch Wälder, bergauf und bergab, viele schöne Dörfer, eine fabelhafte Klamm und viel, viel Natur. Im Gehen merke ich immer wieder, wie ich ruhiger werde außer es geht bergauf;), wie ich mich auf das konzentrieren kann, was jetzt im Augenblick wichtig ist und fallweise auch auf Emotionen, die sich ihren Weg an die Oberfläche bahnen. Irgenwie ist es wie ein Gehen zu mir selbst. Im Alltag bin ich oft von anderen wichtigen Dingen im Außen abgelenkt. Und es gibt immer was zu tun.....;) und wenn eines mal erledigt ist, dann steht schon die nächste Aufgabe in der Warteschlange. Wenn ich aber gehe, gibt es nur ganz wenig, was wirklich zu tun ist. Einen Fuß vor den Anderen, die Natur zu beachten, die Orientierung nicht zu verlieren und wenn doch... wieder auf den Weg zurück zu finden und mit meiner Mutter ganz viel lachen oder auch schweigen. Das ist alles.

Der Weg ist das Ziel..... ein Ausspruch den ihr sicher alle kennt. Es stimmt schon, wobei nach rund 30 km ist mir und meinen Füßen das Ziel genau so wichtig wie der Weg dorthin. Also der Weg und das Ziel! Das Ankommen am Ziel, der Weizbergkirche, war wirklich notwendig!

Und heuer? Heuer werde ich noch einige schöne Wege in der Steiermark erkunden, die in nichts denen in Portugal und Spanien nachstehen. Ich werde einfach nur gehen.

Barbara

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Barbara Fluch Barbara Fluch

Depression in im Kindes und Jugendalter

Heute würde ich gerne eine Buchrezension von mir posten, obwohl wir das Thema Depressionen eigentlich schon abgeschlossen haben. Aber wir haben einen ganz wichtigen Aspekt dabei nicht erwähnt, nämlich den, dass Depressionen bei Kindern sehr häufig nicht erkannt werden. Pam Metzeler hat ihren Sohn verloren. Er war depressiv. Sie hat mich eines Tages in meiner Funktion als Redaktion der systeme Fachzeitschrift angeschrieben und gefragt, ob ich ihr nicht helfen könnte dieses Thema mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken indem ich ihr Buch für die Zeitschrift rezensiere. Ich möchte das heute, wenngleich in kleinerem Rahmen, wieder tun und diesen Nachtrag bringen. Danke.

"Sterben deine Eltern, stirbt deine Vergangenheit. Stirbt dein Partner, stirbt deine Gegenwart. Stirbt dein Kind, stirbt deine Zukunft."

Ein Kind nimmt sich das Leben und die Mutter will nicht schweigen, will nicht zur Tagesordnung übergehen. Sie will reden, will verstehen und verstanden werden, sie sucht und braucht Antworten, die sie nur sehr spärlich bekommt.

Zu groß ist die Betroffenheit, zu übermächtig die Fürsorge mit der man sie schonen will. Doch die Autorin will den Suizid des eigenen Kindes nicht zu Tode schweigen, weil genau das dazu geführt hat, dass ihr Sohn nicht mehr am Leben ist.

Was dabei entsteht ist ein schriftliches Plädoyer Depressionen von Jugendlichen nicht zu verharmlosen, sondern ernst zu nehmen. Was dabei entsteht ist ein Aufruf das heikle und sensible Thema "Depression" zu enttabuisieren, und als Krankheit zu begreifen.

Im öffentlichen Diskurs bleiben diese Schicksale fast unsichtbar. Und unsichtbar bleibt zumeist auch der quälende Schmerz der Angehörigen. Gut versteckt hinter Schamgefühlen und der eigenen Schuldfrage.

Die Autorin nimmt in ihrem Buch ÄrztInnen und PsychtherapeutInnen in die Pflicht, nicht zu Verbündeten des Todes, sondern des Lebens zu werden und das soziale Umfeld in den therapeutischen Prozess miteinzubeziehen.

Das alles passiert ohne Anklage, sondern als Aufforderung hinzusehen anstatt wegzusehen.

Bei dem Buch handelt es sich um eine autobiographische Geschichte, die in rasantem Tempo geschrieben ist. An manchen Stellen des Buches vielleicht sogar zu rasant. Als LeserIn hat man kaum Gelegenheit das Gelesene zu verarbeiten. Aber vermutlich löst gerade das die massive Betroffenheit aus mit der man während des Lesens zu kämpfen hat. In einfacher und ungeschönter Manier geschrieben werden sämtliche Facetten dieses Themas beleuchtet.

Ein Buch, das jedoch bei weitem mehr ist als die Aufarbeitung der eigenen Geschichte. Es bietet eine Art Handlungsleitfaden. Welche Verhaltensweisen lassen eine Krise erkennen, wie kann das Thema innerhalb der Familie angesprochen werden, und welche konkreten Schritte sind notwendig.

Egal ob als PsychotherapeutIn oder als Elternteil, man denkt nach, wenn man das Buch zu Ende gelesen hat. Und damit hat die Autorin genau das erreicht, was sie als Mutter eines Schienentoten erreichen wollte.

Silke & Barbara

P. Metzeler, A. Castronovo (2018) - Dark Way. Die Geschichte eines Suizids. BoD Verlag, Nordersredt, 152 S

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Barbara Fluch Barbara Fluch

Als Angehörige? Was kann ich tun?

Früher war mein Mann/meine Frau lebenslustig. Jetzt fühlt er sich ständig schuldig, ist antriebslos, zieht sich von mir zurück und ist ständig am Grübeln. Ich fühle mich völlig hilflos! Ich gebe ihm viele Ratschläge, aber er nimmt sie nicht an!

Angehörige von Betroffenen, welche in die Praxis kommen da sie selbst Hilfe in Anspruch nehmen, sagen oft ähnliche Sätze beim Erstgespräch.

Sie kommen, weil sie selbst das Gefühl haben den Partner oder die Partnerin zu verlieren. So wie sich der oder die Betroffene der Depression oft ausgeliefert fühlt, empfinden die Anghörigen ähnliche Gefühle. Viele Anghörige entwickeln selbst auch Schuldgefühle oder einen Ärger über die erkrankte Person. Hält die depressive Phase länger an, können sich bei Angehörigen Überlastung und Erschöpfung einstellen, weil sie eine Vielzahl alltäglicher Aufgaben übernehmen müssen.

Bei Menschen mit Depressionen spielt das soziale Umfeld eine wichtige Rolle. Doch was können Anghörige tun?

Hilfe für direkt Betroffene ist es, wenn sie Verständnis für die Situation und die Gefühle aufbringen, ernst nehmen ohne zu dramatisieren. Gleichzeitig ist es wichtig zu vermitteln, dass es bei dieser Krankheit Hilfe gibt und sie Unterstützung anbieten, sich professionelle Hilfe zu suchen - genau so, wie es bei einer anderen Krankheit auch sinnvoll ist. Auch gut gemeinte Ratschläge braucht es nicht, da diese bei den Betroffenen das Gefühl verstärken können, nicht verstanden zu werden. Oft ist es aber gar nicht so leicht die treffenden Worte für einen depressiv erkrankten Menschen zu finden. Ein "Ich bin da für dich", " ich nehme deine Erkrankung ernst" und ein " es ist nicht deinen Schuld" hilft hier oft viel mehr als ein "geh doch endlich einmal raus und bewege dich oder triff dich mit Freunden"

Indem man die Betroffenen ermutigt, sich professionelle Hilfe zu suchen, werden Anghörige entlastet. Oft ist es so, dass Anghörige selbst auf vieles verzichten, was ihnen lieb ist, wie Sport oder Treffen mit Freunden. Doch genau das ist ein wichtiger Baustein. Trotz der Erkrankung, ist es wichtig auch auf sich selbst gut zu achten. Für Angehörige ist es wesentlich zu erkennen, dass ihr Beistand auch sie viel Kraft kostet und sie trotz der Krankheit auch auf ihre Bedürfnisse achten dürfen.

Damit schließen wir jetzt auch das Thema Depression ab. Es gäbe hier noch vieles mehr zu schreiben und falls jemand von euch mehr zu diesem Thema wissen möchte, könnt ihr euch gerne bei uns melden.

In diesem Sinne achtet auf euch - Barbara

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Barbara Fluch Barbara Fluch

Was ist eine depressive Verstimmung?

Wie geht es dir heute? Ich bin total depressiv drauf..... Habt ihr das auch schon mal gesagt oder von jemanden gehört?

In unserer Alltagssprache ist das Wort depressiv mittlerweile schon allgegenwärtig. Was damit gemeint ist, ist oft, dass jemand echt schlecht drauf ist oder gerade gar keinen "Bock auf nichts" hat. Oft hat diese Aussage aber gar nichts mit einer Depression und auch nicht mit einer depressiven Verstimmung, zu tun, sondern wird als Synonym für schlechte Laune verwendet.

Eine depressive Verstimmung zu haben ist da schon wieder etwas anderes. Und zwischen einer Depression und einer depressiven Verstimmung gibt es auch Unterschiede.

Wie eine depressive Verstimmung empfunden wird, ist sehr unterschiedlich. Es gibt sogar einen Fachbegriff dazu : "Dysthyme Störung"

"Ich fühle mich traurig und oft empfinde ich eine innere Leere". "Manchmal bin ich verzweifelt und dann wieder extrem reizbar und dann wieder ängstlich". "Oft muss ich über mich und andere nachgrübeln und komme drauf, dass ich wieder etwas falsch gemacht habe". "Ich fühle mich so energielos, müde und erschöpft. Selbst wenn die Sonne scheint möchte ich die Vorhänge am liebsten zuziehen und mich ins Bett verkriechen" ..........

Diese Aussagen werden in unserer Gesellschaft auch oft einer Depression gleichgesetzt. Eine Depression beeinflusst den Alltag der Betroffenen jedoch so stark, dass sie diesem nicht wie gewohnt nachgehen können. Zudem können Depressionen unterschiedlich schwer sein, schleichend oder akut und phasenweise auftreten.

Von einer depressiven Verstimmung spricht man, wenn die typischen Symptome wie sie oben von Betroffenen beschrieben wurden die meiste Zeit des Tages, an mind. der Hälfte aller Tage über einen Zeitraum von 2 Jahren auftreten. Sie hat auf jeden Fall einen weniger schwerwiegenden Verlauf wie eine Depression. Und es gibt keine symptomfreien Phasen die länger als 2 Monate dauern.

Also gar nicht so einfach den Unterschied zu erkennen. Und so einfach ist das Krankheitsbild gar nicht zu diagnostizieren. Auf jeden Fall unterscheidet es sich von dem, wie es in unsere Alltagssprache oft gebraucht wird sich einmal unmotiviert, antriebslos und müde zu fühlen.

Was bei einer depressiven Verstimmung hilft ist von Person zu Person sehr unterschiedlich. Was für den einen gut ist, geht für den anderen gar nicht.

Anbei noch ein kleiner Werkzeugkoffer der von unserern KlientInnen zusammengetragen wurde, vielleicht ist ja auch was für dich dabei

Informationen, Inspirationen, Beistand, Imaginationsübungen, ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung, Sport, das hören der Lieblingsmusik um sich zum Sport zu motivieren, Freunde und Familie, Meditation, Therapie, sich etwas gönnen, alle Benachrichtigungstöne am Handy ausschalten, das eigene Haustier, reden.......

Alles Liebe Barbara

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Barbara Fluch Barbara Fluch

Burn out, ein Gastbeitrag von Carolin Setzer

So hab ich mich früher oft gefühlt. Es konnte nichts schnell genug gehen. Ich war die Getriebene, die am liebsten 200 Dinge gleichzeitig gemacht hat, immerhin gab es auch immer etwas zu tun und nie genug Zeit!

Dieses Muster hat sich durchgesetzt. Als mein 8 Jahre jüngerer Bruder auf die Welt kam, habe ich gelernt zu laufen und zwar jedes Mal, wenn das Herzgerät Alarm schlug. Als ich auf der Uni war, gehörte es während des Architekturstudiums zum guten Ton Nächte durchzuarbeiten. Während meines Arbeitsaufenthalts in Dubai war von Entschleunigung keine Spur. 24h rund um die Uhr - 7 Tage die Woche wurde gebaut, geshoppt, entertaint. In Wien war mir ein All-in Vertrag in der Projektentwicklung nicht genug, denn ich wollte noch etwas vom Leben haben und habe mich daher noch für ein Postgraduate entschieden. Bis ich gefühlt mit 400km/h meine Gesundheit gegen die Wand gefahren habe.

Der Lockdown hat streckenweise Erinnerungen an mein Burnout im Jahr 2014 getriggert und damit verbunden ist auch das Gefühl in mir aufgetaucht, dass ich wieder in ein Loch falle. Auch wenn all das ist in keinster Weise passiert ist, ist es interessant zu erleben und zu beobachten, was ich aus vielen Lehrbücher über das Gehirn erfahren durfte und wie sich Gedanken auf unser gesamtes System auswirken. Wie Krisen unser System zutiefst erschüttern können, wie der Wegfall von Strukturen, die Halt und Stabilität schenken, das Potenzial haben die eigene Welt auf den Kopf zu stellen und wie stark allgemeine Verunsicherung und kollektive Angst unseren Sympathikus und damit unsere Flucht & Angriff Reaktion aktivieren.

Die letzten Wochen haben mir viel abverlangt, haben mich zu Veränderungen eingeladen und auch ganz bewusst dazu beigetragen hinzusehen, wo ich meinen Werten treu bin und mich aufgefordert meinen Wert noch deutlicher zu erkennen. Anfangs habe ich damit gehadert, dass ich nicht mehr ständig für alle zur Verfügung stehen konnte, dass ich nicht mehr auf jede „Ausnahmesituation“ eingehen konnte, bis ich erkennen durfte, wie wichtig Struktur und Klarheit auch in diesem Zusammenhang sind!

Diese Klarheit, die hier entstehen durfte, hat zu einer unglaublichen Kraft in mir geführt und mich aus einem Sumpf katapultiert; sie hat mich eingeladen mehr denn je für mich einzustehen und Dinge loszulassen, die sich einseitig, schwer und nicht mehr stimmig anfühlen. Das erfordert ehrliche und regelmäßige Routine und Reflexion von mir selbst und auch Investition in mich selbst. Das erfordert auch offene Kommunikation und Klarheit, wenn ich spüre, dass meine Grenzen nicht respektiert werden und mehr und mehr eingefordert wird.

Was ich heute spüre schließt den Kreis zu jener Zeit nach dem Burnout: Ich setze wieder sehr klare Grenzen und definiere noch bewusster wo meine Reise hingeht. Ich habe keine Angst zu springen und loszulassen, auch wenn wir scheinbar mitten in einer „Krise“ stecken.

Ich bin CAROLIN SETZER.

Nachdem ich zunächst als Architektin viele Jahre im In- und Ausland im Projektmanagement tätig war, begann nach einem Burnout eine intensive Reise zu mir selbst. Von da an waren Mentaltraining, Psychotherapie und Yoga, das ich seit 2004, meinem Erasmus Jahr in San Sebastian, praktiziere, meine wichtigsten Kraftquellen und ich durfte im Zuge meiner Ausbildungen lernen, dass ein selbsterfülltes und glückliches Leben dann möglich ist, wenn wir wieder mit uns selbst in Kontakt treten, uns von äußeren Erwartungen, Anpassungen und Projektionen lösen und unserem Herzensweg folgen.

Nachdem wir diese Woche begonnen haben uns mit der Krankheit Depression auseinanderzusetzen, habe ich eine liebe Freundin gebeten, ihre Geschichte mit uns zu teilen. Danke Carolin für deinen Ausflug auf unsere Facebook Seite. Und wer Carolin noch weiter kennenlernen möchte kann das unter folgendem Link:

https://www.souldelight.at/

Habt es gut, Barbara!

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Barbara Fluch Barbara Fluch

Depression

Wieder so ne' Phase

https://youtu.be/DbmjAAymZM0

Und da war sie wieder die Stimme in meinem Kopf, die mir in einer Endlosschleife einhämmerte, wie unfassbar schwach und nutzlos ich bin. Ich habe sie kommen gesehen, die Depression.

Diesesmal habe ich sie kommengesehen. Ich bin über meine Grenzen gegangen. Und obwohl ich wusste, wohin es mich führt, habe ich weitergemacht, habe funktioniert. Wohl auch deshalb, weil es erwartet wird von mir. "Reiß dich zusammen, lass dich nicht so gehen", hat man mir gesagt. Und ich habe gedacht, wenn die wüssten, dass ich schon ewig nichts anderes mache als mich nicht gehen lassen und zusammenreißen. Wenn die wüssten, dass ich in Wahrheit nur noch funktioniere, während es in mir bereits dunkel und leer ist. Ich habe alles versucht um sie in Schach zu halten, während ich bereits in der tiefsten Phase der Selbstentwertung steckte.

Manches mag für Außenstehende vielleicht lächerlich klingen, aber ich weiß nach all den Jahren, die sie mich nun schon begleitet, wie ich sie zumindest eine Zeit lang auf Distanz halten kann, bevor sie mich aber irgendwann doch wieder einhüllt und in mich hineinkriecht. Ich schaue Filme, die mich emotional noch erreichen und zwinge mich zum Weinen. Das mag sie gar nicht. Ich zwinge mich zu reden und in Kontakt mit meinem Umfeld zu bleiben.

Es wird Zeit für meine Post it Zetteln. Wenn Sie mir schon so nahe ist, brauche ich die Zetteln, um mich daran zu erinnern, dass es vorbeigehen wird. Sie ist wie eine Welle die mich überrollt. Ich glaube ertrinken zu müssen und, dass sich dieser Zustand nicht mehr verändern wird. Dann lese ich meine Zetteln, versuche mich mit meinem müden Verstand und mit letzter Kraft daran festzuhalten. Die Post it's sind meine Metaebene. Sie sollen mich dann, wenn außer dem Tunnelblick nichts mehr möglich ist, daran erinnern, dass es vorbeigehen wird. Wie eine Welle, die am Strand ausläuft und sich dann doch wieder ins Meer zurückzieht. Und das wird deswegen so sein, weil es immer so ist, und auf diese Erfahrung kann ich mich verlassen.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit mehr als 350 Millionen Menschen von einer Depression betroffen. In Österreich leiden zwischen 10 und 25 Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens an den Folgen dieser Krankheit. Um auszuschließen, dass eine Depression organische Ursachen hat, wird empfohlen eine Schilddrüsenfehlfunktion medizinisch abklären zu lassen.

Fakten: eine Depression ist eine Krankheit Depressionen kann jeder/ jede bekommen Depressionen sind keine Form von Schwäche Depressionen treten in jedem Lebensalter auf bei Frauen wird die Diagnose häufiger gestellt als bei Männern obwohl es effektive Therapien gibt, werden weltweit weniger als die Hälfte der Betroffenen behandelt, die Gründe liegen hierfür in der Angst vor unqualifizierten Zuschreibungen und einer Stigmatisierung Depressionen sind eine häufige Suizidursache

Depression ist eine Krankheit. Red ma drüber!

Barbara

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